GPO 2026

Leitartikel: Geneva Policy Outlook 2026

Die globale Zusammenarbeit wird durch Krisen und Zwänge neu gestaltet. Der Geneva Policy Outlook 2025 argumentiert, dass die Zukunft Genfs von Anpassung, Innovation und neuen Partnerschaften abhängt, um seine Relevanz zu sichern und eine neue Weltordnung zu gestalten.

Geneva Policy Outlook
Jan 26, 2026
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Picture Credit: Antoine Tardy

Achim Wennmann

Das multilaterale System befindet sich in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel, der 2026 voraussichtlich weiter an Dynamik gewinnen wird. Eine erste Welle von Budgetkürzungen, Personalabbau und Auslagerungen wird die operativen Einschränkungen verschärfen und viele kollektive Errungenschaften der letzten Jahrzehnte zunichte machen, wovon vor allem die Bedürftigsten betroffen sein werden. Die Stimmung in multilateralen Zentren wie New York und Genf ist gedrückt, aber es gibt auch eine Bekräftigung der Grundwerte und Mandate sowie die Entschlossenheit, globale Herausforderungen weiterhin durch internationale Zusammenarbeit anzugehen. 

Genf war in den 1930er Jahren Zeuge des Zusammenbruchs des Völkerbundes, aber heute ist es stärker denn je. Nicht nur hat sich sein institutioneller Einfluss über die Vereinten Nationen, ihre Organisationen und Regierungen hinaus diversifiziert, Genf beherbergt auch eine Vielzahl Räumen für politische Diskussionen, die eine einzigartige Möglichkeit für politische Innovationen und den Aufbau sektorübergreifender Allianzen bieten. So können unter anderem durch humanitäre oder religiöse Bewegungen sowie Unternehmensnetzwerke Gemeinschaften auf der ganzen Welt erreicht werden. Genf wird globaler Knotenpunkt bleiben, muss sich jedoch proaktiv anpassen, um seine Relevanz in einer sich wandelnden Welt zu sichern. 

Die Frage, wei sich Genf anpassen sollte, hat die Überlegungen des Geneva Policy Outlook seit seiner Gründung im Jahr 2022 geleitet. Aus diesem Grund fasst diese Ausgabe Überlegungen zu den Wegen der Anpassung zusammen und hebt gleichzeitig hervor, dass trotz der schwierigen Umstände wegweisende Diplomatie weiterhin stattfindet.  

Anpassung des Multilateralismus

Vinh-Kim Nguyen und Ilona Kickbusch betonen, dass Institutionen in dieser Krisensituation Komplexität akzeptieren müssen. Die multilaterale Diplomatie ist geprägt von einer „nichtlineare[n], chaotische[n] und sich ständig verändernde[n] Dynamik”, die dem sogenannten „Dreikörperproblem” in der modernen Physik und Astronomie ähnelt – „der Unmöglichkeit, eine allgemeine Lösung für die Bahnen von drei Körpern zu finden, die untereinander in gravitativer Wechselwirkung stehen”. Übertragen auf die globale Gesundheitspolitik stellen die Herausforderungen in den Bereichen Klima, Digitalisierung und Politik jeweils einen „Körper” im Universum der Herausforderungen dar, wobei Veränderungen in einem Bereich unvorhersehbare Auswirkungen auf die anderen haben. Die daraus resultierende Komplexität erfordert eine Art von Agilität, die „ständige Anpassungen und Kurskorrekturen“ notwendig macht. Mehrere vorübergehende Vereinbarungen könnten ein System der globalen Gesundheitspolitik verankern, aber „keinem Akteur eine stabile Dominanz verschaffen“. In praktischer Hinsicht werden Foresight Analysen, Szenarienentwicklung und die Kontrolle von Narrativen „wichtiger denn je“. 

Pedro Conceição schlägt vor, Nachhaltigkeitsagenden durch eine umsetzbare Philosophie der Hoffnung auf eine bessere Zukunft neu zu beleben. Seit Jahrzehnten argumentieren UN-Organisationen, dass es notwendig sei, „die Menschen mit der Aussicht auf eine bevorstehende Katastrophe [zu] erschrecken [...], um Maßnahmen zur Nachhaltigkeit anzustoßen“ – sei es in Bezug auf Klimafolgen, digitale Zukunftsszenarien oder Krankheiten. Dieser Ansatz stößt jedoch an seine Grenzen, da Kipppunkte weiterhin schwer zu erreichen sind. Der Vorschlag lautet, die Logik umzukehren und „die Bestrebungen der Menschen nach einer besseren Welt zu nutzen, um Entscheidungen zu treffen, die zum gemeinsamen Gedeihen von Natur und Mensch führen können“. Ein wichtiges Instrument für diese Vision wird der Nature Relationship Index sein, der „das Ausmaß der positiven Beziehung der Menschen zur Natur“ erfasst. 

Daniel Dobos und Prathit Singh reflektieren darüber, wie Multilateralismus die Leistungsfähigkeit von KI nutzen könnte. Auf der Grundlage von Apertus – „einem vollständig quelloffenen Large Language Model (LLM), das von Schweizer Forschungseinrichtungen entwickelt wurde“ – hat die Schweiz sowohl ein normatives als auch operatives Modell für KI-Governance geschaffen, das „Transparenz, Neutralität und Inklusivität in sein Design integriert“. KI würde zu einem globalen öffentlichen Gut werden, das „auf gemeinsame Souveränität statt auf Dominanz ausgelegt ist“. Erste Versuche deuten darauf hin, dass die Anwendung von Apertus zu erheblichen Effizienzsteigerungen und einer größeren sprachlichen und kulturellen Inklusivität beigetragen hat. Wichtiger ist jedoch, wofür Apertus symbolisch steht: „eine gemeinsame digitale Infrastruktur, die auf Neutralität, Transparenz und Vertrauen basiert ... [und] als digitales Rückgrat für das internationale System dienen und die Grundlage für eine gemeinsame, neutrale KI-Ressource bilden könnte. 

„Genf könnte sich als globale Hauptstadt für ‘agenda keeping’ positionieren“, argumentieren Lucile Maertens, Zoé Cheli, Adrien Estève und Lorenzo Guadagno. Unter “agenda keeping” versteht man „den Prozess, ein Thema trotz konkurrierender Probleme als Priorität für Maßnahmen beizubehalten“. In einer Zeit, in der mehr und mehr Länder ihre Positionen zu Themen wie Klima, humanitärer Hilfe, Migration und globaler Gesundheit geändert haben, muss es auf der Welt einen Knotenpunkt geben, der die Agenda zu kollektiven Herausforderungen am Leben erhält. Dieser Knotenpunkt könnte Genf sein. Agenda-Keeping ist sowohl eine besondere Form der Diplomatie als auch ein „strategisches Instrument“. Ersteres kann Organisationen dabei helfen die Phase des Strukturwandel zu bewältigen und letzteres, um die Relevanz vernachlässigter globaler Herausforderungen zu betonen.  

Die Positionierung Genfs als einzigartiger globaler Knotenpunkt für die Vermittlung sektorübergreifender und ergebnisorientierter Partnerschaften wird für seine Anpassung von entscheidender Bedeutung sein.

Vermittlung neuer Partnerschaften

Die Positionierung Genfs als einzigartiger globaler Knotenpunkt für die Vermittlung sektorübergreifender und ergebnisorientierter Partnerschaften wird für seine Anpassung von entscheidender Bedeutung sein. Der nächste Abschnitt enthält drei Beispiele für solche neuen Partnerschaften in den Bereichen globaler Ernährungssicherheit, Friedensfinanzierung und Jugendbeteiligung. 

Shannon Howard stellt neue Agrar- und Lebensmittelpartnerschaften für Ernährungssicherheit und humanitäre Hilfe vor. Genf ist zwar als wichtiger humanitärer Knotenpunkt bekannt, doch die Region ist gleichzeitig auch ein bedeutendes globales Handelszentrum, über das 22 Prozent des weltweiten Rohstoffhandels abgewickelt werden. Insbesondere Rohöl, Getreide, Zucker, Kaffee und Kakao werden in Genf gehandelt. Somit könnte sich Genf zu einer „einzigartige[n] Plattform zur Stärkung der Zusammenarbeit entlang der gesamten [Lebensmittel] Lieferkette“ entwickeln, die „[d]as Fachwissen des Privatsektors in Bereichen wie Logistikoptimierung, Rückverfolgbarkeit und Risikomanagement“ mit der Erfahrung der Last-Mile-Lieferung in Hochrisikosituationen im humanitären Bereich verbindet. Die Nachhaltigkeitsverpflichtung der Grain and Free Trade Alliance oder das Containers of Hope-Programm sind Beispiele für bestehende Kooperationen. Gleichzeitig gibt es Raum für zusätzliche Anstrengungen, beispielsweise in Bezug auf die lokale Beschaffung oder den prinzipienorientierten Informationsaustausch. 

Dominique Habegger beleuchtet die Arbeit der Genfer community für Friedensfinanzierung. Die Gründe für eine stärkere Partnerschaft zwischen Impact Finance und Friedensförderung liegen auf der Hand. „Unternehmen erkennen zwar die Risiken und Kosten einer Geschäftstätigkeit in fragilen und von Konflikten betroffenen Regionen, unterschätzen jedoch häufig das Gegenteil: den Einfluss ihrer Aktivitäten auf die soziale oder politische Stabilität. Diese doppelte Materialität – Risiken durch Konflikte und Auswirkungen auf Konflikte – ist nach wie vor eine Lücke in der nachhaltigen Finanzwirtschaft.“ Habegger unterstreicht einen Wendepunkt: „Konflikte sind systemisch, Portfolios sind exponiert, aber Offenlegung und Management hinken hinterher.“ Ein neues Modell zielt darauf ab, das Risiko, die Auswirkungen, die posture und die exposure von Unternehmen und Portfolios zu verfolgen und damit „Frieden von einem abstrakten Ideal in ein quantifizierbares, materielles Investitionsanliegen” zu verwandeln. Das Modell könnte durchaus dazu beitragen, dass Konfliktrisiken Teil der standardmäßigen Risiko Offenlegung werden.  

Eine stärkere Partnerschaft mit der Jugend für eine generationenübergreifende Zusammenarbeit bei den Herausforderungen unserer Zeit sollte zu einer Priorität für die Anpassung des internationalen Genf werden, argumentieren Corinne Momal-Vanian und Prathit Singh. Genf sollte über eine oberflächliche und symbolische Einbeziehung hinausgehen und eine „operative internationale Allianz von Jugendnetzwerken“ anstreben, „die sich in Genf als Kollektiv versammelt, sich als repräsentative und bedeutungsvolle ‚Stimme der Jugend‘ organisieren und Einfluss auf politische Fragen nehmen kann“. Es gibt viel zu lernen von anderen multilateralen Zentren wie Addis Abeba und der Panafrikanischen Jugendunion der Afrikanischen Union oder von YOUNGO – der offiziellen Kinder- und Jugendvertretung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC). „Durch den Aufbau eines Ökosystems für die Beteiligung junger Menschen kann das internationale Genf ein Modell für einen inklusiven und zukunftsorientierten Multilateralismus schaffen.”  

Diplomatie in Aktion 

Wie jedes Jahr beleuchtet das GPO26 auch Verhandlungserfolge, Warnsignale und Zukunftschancen, die sich aus den diplomatischen Aktivitäten in Genf ergeben.  

Daniela Morich und Gian Luca Burci reflektieren über das Pandemieabkommen nach dessen Verabschiedung durch die Weltgesundheitsversammlung am 20. Mai 2025. Sie diskutieren die Erfolge des Abkommens hinsichtlich der Verbindung weitreichender Ambitionen mit Prävention und Bewältigung von Pandemien. Sie heben auch das „Präventionsparadoxon“ hervor, wonach „Entscheidungsträger [...] zögern, in die Prävention unvorhersehbarer und unwahrscheinlicher Risiken zu investieren, obwohl diese Risiken katastrophale FOlgen haben können , wenn sie eintreten“. Der Verhandlungsprozess offenbarte jedoch auch „tiefe Spaltungen und Misstrauen zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden, wobei die unflexiblen Verhandlungspositionen zum Teil durch den Groll über die Hortung von COVID-19-Impfstoffen durch die Industrieländer genährt wurden. Diese Spaltungen bestehen weiterhin, während die Verhandlungen zum Anhang über den Zugang zu Krankheitserregern und Vorteilsausgleich (PABS) fortgesetzt werden, der voraussichtlich im Mai 2026 abgeschlossen sein wird. „Solange keine Einigung über den Anhang erzielt ist, kann das Pandemieabkommen nicht zur Unterzeichnung aufgelegt werden“, wodurch das Abkommen zwar verabschiedet, aber noch nicht ratifiziert ist. Wichtige diplomatische Arbeit liegt noch vor uns.  

Ellen Rosskam und Malgorzata Alicja Stylo heben die Erfolge der globalen Allianz zur Bekämpfung von Colorismus hervor – Diskriminierung oder Vorurteile aufgrund der Hautfarbe einer Person und der damit verbundenen Verwendung von hautaufhellenden Kosmetika. Das Minamata-Übereinkommen über Quecksilber dient als Rahmen für die Bemühungen zur Eliminierung von Quecksilber aus hautaufhellenden Produkten, da dessen erhebliche Gesundheitsrisiken die kosmetische Wirkung der Hautaufhellung bei weitem überwiegen. Auf der Grundlage einer Zusammenarbeit zwischen dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, der Weltgesundheitsorganisation und anderen Akteuren sowie unter der Führung von Gabun, Sri Lanka und Jamaika konnten wichtige Fortschritte bei der Beseitigung quecksilberhaltiger Hautaufhellungskosmetika erzielt werden. Diese Entwicklungen sind ein echter Beweis dafür, dass in der Chemikalienagenda „der Multilateralismus floriert“. 

Weniger positiv ist, dass Claire Somerville vor einer zurück gedrängten Geschlechterpolitik warnt. Der Multilateralismus sieht sich mit „Versuchen der vollständigen Streichung von Gender Sprache konfrontiert werden, die seit mehreren Jahrzehnten in konsensbasierten Texten vereinbart ist.” Ein wesentlicher Treiber dieser neuen Realität ist eine Welle vorauseilender Konformität, die durch die Angst vor Mittelkürzungen motiviert ist, nachdem der US-Präsident die Geschlechterpolitik des Weißen Hauses aufgehoben hat. Somerville wirft die Frage auf, ob diese Politik der Auslöschung eine Bedrohung für den Multilateralismus selbst darstellt: „Wenn eine einzige Exekutivverordnung das Wort ‚Geschlecht‘ löschen kann, was könnte dann noch in der multilateralen Diplomatie ausgelöscht werden?“ Diplomaten und Verhandlungsführer „müssen sich gegen voreilige Compliance wehren [...] Anstatt Wörter stillschweigend zu streichen, müssen sie diese verteidigen.” 

Die letzten beiden Artikel beleuchten Möglichkeiten für Maßnahmen zur Abrüstung. In seinem Beitrag über „Kleinwaffen als Massenvernichtungswaffen“ unterstreicht Mark Downes die Fortschritte bei der Kontrolle von Kleinwaffen. Angesichts der Entwicklung auf den globalen Märkten für Kleinwaffen besteht ein erhöhtes Risiko der Verbreitung von Kleinwaffen und leichten Waffen, einschließlich tragbarer Luftabwehrsysteme (MANPADS). Diese Entwicklungen machen die Erhebung und Analyse von Daten über illegale Ströme und Handelsnetzwerke, die physische Sicherheit und Lagerverwaltung (PSSM) sowie den Umgang mit Bedrohungen durch privat hergestellte Feuerwaffen (PMFs) – ein Fachbegriff für improvisierte Waffen, Munition und Sprengstoffe – besonders wichtig. 

Luiza Delaflora Cassol und Sara Ruth Opatowski betonen die Notwendigkeit einer erneuten Diplomatie zur nuklearen Abrüstung. „Die Rhetorik der Staaten verschärft sich, die Arsenale werden erweitert und modernisiert und das multilaterale System, das der internationalen Gemeinschaft so gute Dienste geleistet hat, ist zunehmend unter Druck.“ Im Februar 2026 läuft der einzige noch bestehende Vertrag zur Kontrolle von Atomwaffen zwischen den USA und Russland – der START-Vertrag – aus. „Das Fehlen eines Folge-Abkommens löst die Bremsen für ein Wettrüsten zwischen den beiden Atommächten [...] [und] könnte auch Folgeeffekte auf die Entscheidungen anderer Atomwaffenstaaten haben.“ 2026 wird sich zeigen, ob die Staaten den Moment der sich verschärfenden Risiken für neue Verhandlungen zur Rüstungskontrolle nutzen können, unter anderem durch eine wiederbelebte Abrüstungskonferenz, die nach wie vor das einzige multilaterale Abrüstungsforum ist, das drei Untergremien umfasst, die sich bereits mit Nuklearfragen befassen. 

Genf nach wie vor ein aktiver globaler Knotenpunkt ist, indem es die politische Energie nutzt, die zwischen Organisationen und Sektoren besteht. Die Anpassung Genfs als globaler Knotenpunkt sollte seine Position in einem regulatorischen Multilateralismus stärken, der sich auf die Aushandlung und Verwaltung von Normen, Standards und Vereinbarungen konzentriert.

Diese Beispiele zeigen, dass Genf nach wie vor ein aktiver globaler Knotenpunkt ist, indem es die politische Energie nutzt, die zwischen Organisationen und Sektoren besteht. Die Anpassung Genfs als globaler Knotenpunkt sollte seine Position in einem regulatorischen Multilateralismus stärken, der sich auf die Aushandlung und Verwaltung von Normen, Standards und Vereinbarungen konzentriert. Es sollte noch stärker eine lösungsorientierte Form der internationalen Zusammenarbeit verfolgen, indem es in skalierbare, sektorübergreifende Partnerschaften investiert. Dazu gehört auch, eine stärkere Zusammenarbeit zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor in Genf, um die globale Zusammenarbeit zu unterstützen. Führungsstärke ist nötig, um die Grundlagen eines regulatorischen Multilateralismus zu bewahren, der vorhersehbare Beziehungen zwischen Staaten gewährleisten kann. Führungsstärke ist aber auch nötig, um eine neue globale Diplomatie zu entwickeln, die das Beste für das Gemeinwohl erzielt und sich mit den drängendsten Problemen der heutigen und zukünftigen Welt auseinandersetzt.  

Mit seiner langen Geschichte als globaler Knotenpunkt hat Genf in der Vergangenheit viele systemische Veränderungen überstanden. Eine Unterschätzung des Ausmaßes der sich derzeit abzeichnenden Veränderungen könnte jedoch darüber entscheiden, ob Genf in einer neuen Weltordnung als globaler Knotenpunkt marginalisiert oder einbezogen wird. Aus diesem Grund sollte sich die Anpassung Genfs in erster Linie auf ein solides Verständnis der Veränderungen in der Welt stützen und nicht auf kurzfristige administrative Prioritäten. Dieses Verständnis sollte die Grundlage für nüchterne Entscheidungen darüber bilden, was bewahrt werden muss, was es sich lohnt anzupassen und was völlig neu gedacht werden sollte. 

Über den Herausgeber 

Achim Wennmann ist Herausgeber des Geneva Policy Outlook und hat in seiner Funktion als Direktor für strategische Partnerschaften am Geneva Graduate Institute die strategische Entwicklung dieser Initiative geleitet. Er ist außerdem Professor im interdisziplinären Programm des Instituts, wo er den Nagulendran-Lehrstuhl für Friedensmediation innehat.  

Disclaimer
Die in dieser Publikation zum Ausdruck gebrachten Meinungen sind die der Autoren. Sie geben nicht vor, die Meinungen oder Ansichten des Geneva Policy Outlook oder seiner Partnerorganisationen wiederzugeben.